Montag, 29. Juli 2019

Typhonium venosum - Update

Zwölf Samen des Eidechsenwurzes Typhonium venosum wurden im März d. J. gesät, und binnen drei Wochen keimten drei dieser Samen. Zwar überlebten die Keimlinge nicht sehr lange, aber dessen ungeachtet wurde deutlich, daß auch eine einzelne Pflanze keimfähige Samen hervorbringen kann, es sich also nicht um eine starke Protogynie handeln kann.

Twelve seeds of Typhonium venosum were sown in march this year, and within three weeks three seeds did germinate. All seedlings died rather quickly, but anyway, since the seeds were generated by a single flowering plant, it has been shown that also single plants are able to produce viable seeds. This is remarkable, because a phenomenon called dichogamy has been reported for Typhonium venosum, i. e. male and female flowers do not appear at the same time, both sexes are separated in time. In case of T. venosum, the flowers are protogynous (noun: protogyny), the first function of the flower is female, the second male. (The opposite is called protandrous, noun: protandry.) Despite this temporal separation of flower functions, that favours cross-pollination, self-pollination is obviously not completely excluded.


Keimling von Typhonium venosum / Seedling of
Typhonium venosum

Montag, 11. Februar 2019

Tetrastigma voinierianum

Daß man den Kastanienwein oder Tonkingwein Tetrastigma voinierianum über Stecklinge vermehren kann, ist mir nicht neu, man kann sie sehr leicht in Wasser bewurzeln. Daß aber auch ein in Wasser gestellter Blattstiel wurzeln kann, finde ich dagegen einigermaßen überraschend! Ob dieses bewurzelte Blatt auch eine Knospe bilden und weiterwachsen kann, bleibt abzuwarten. Bitte hinterlassen Sie einen Kommentar, wenn Sie etwas Ähnliches beobachten konnten!


Although it is well known that the Chestnut Vine or Lizard Plant Tetrastigma voinierianum can easily be propagated by stem cuttings, I was surprised to see that obviously even leaf cuttings are able to grow roots. However, it is questionable if this leaf is also able to form a bud and continue growth. Please leave a comment, if you ever observed something comparable!


Wurzelbildung am Blattstiel von Tetrastigma voinierianum.
Root formation on a petiole of Tetrastigma voinierianum.

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Protogynie bei Typhonium venosum

Zur Blütenbiologie des olfaktorisch interessanten Eidechsenwurzes schreibt der Bochumer Botanische Verein, daß zur Bestäubung mehrere Pflanzen erfor-derlich wären. Das Phänomen Protogynie (oder Proterogynie, "Vorweiblichkeit") besteht darin, daß die weiblichen Blüten vor den männlichen blühen. Auf diese Weise wird eine Selbstbestäubung verhindert. Zu meiner Verwunderung brachte meine (einzelne!) Pflanze aber einen Fruchtstand hervor, der größtenteils zwar verkümmert war (3. Foto, oben), der aber doch ein paar normal ausgebildete Früchte beinhaltete (3. Foto, rechts). Aus diesen ließen sich dann auch Samen herausquetschen (3. Foto, mittig). Wie kann es sein, daß die Bestäubung ohne zweites Exemplar geglückt sein kann?

Leider ohne Quellenangabe findet sich auf Wikipedia der Hinweis, daß nur dann eine Selbstbestäubung ausgeschlossen ist, wenn die Reifezeitpunkte der Geschlechtsorgane vollständig getrennt sind, was als starke Protogynie bezeichnet wird. Bei der schwachen Protogynie sind die Reifezeitpunkte dagegen nur teilweise versetzt. Eine Fremdbestäubung wird dadurch zwar begünstigt, die Selbstbestäubung kann aber dennoch erfolgen. Aufgrund meiner Beobachtung der Samenbildung an einer Einzelpflanze nehme ich an, daß bei Typhonium venosum nur eine schwache Protogynie vorliegen kann, womit sich die eingangs zitierte Aussage der Bochumer etwas relativiert. Ob die gebildeten Samen keimfähig sind, bleibt natürlich noch abzuwarten. Ich werde weiter darüber berichten. (Fotos der Blüte vom 4.5.18)



Montag, 4. September 2017

Tricotyler Zierapfel Reloaded

Vom Zierapfel mit drei Keimblättern hatte ich zuletzt am 6. April 2015 berichtet, als er wenige Zentimeter groß war. Seit Anfang September 2016 steht er nun schon im Freiland und hatte eine Höhe von über 2 Metern erreicht. Die Spitze sollte gekappt werden, damit er nicht höher wird und sich verzweigt. Um hier nichts zu vergeuden, versuchte ich, die Spitze "abzumoosen". Dazu entfernte ich am 30. April 2017 einen ca. 2 cm breiten Streifen der Rinde, umwickelte den Stamm unterhalb mit Sphagnum (Torfmoos), das ich in einer durchsichtigen Hülle stets feuchthielt.
Am 2. September 2017, also nach vier Monaten, konnte ich die bewurzelte Spitze endlich abtrennen und einpflanzen. Es hatten sich in dem feuchten Sphagnum zahlreiche Wurzeln gebildet, die man auf den Fotos deutlich erkennen kann. (Bisherige Versuche an Carpinus Betulus (Hainbuche) oder Prunus domestica ssp. domestica (Hauszwetschge) waren bei mir fehlgeschlagen.) Ob die Pflanze damit gut anwächst, wird sich wohl erst im nächsten Frühjahr zeigen. Wenn es klappt, habe ich zwei genetisch identische Zieräpfel.




Sonntag, 2. April 2017

Davidia involucrata

Nach längerer Wartezeit erwacht der Taschentuchbaum zum Leben! Siebzehn Steinfrüchte hatte ich am 16. Januar 2016 in Erde gelegt. Nachdem diese Schale nun umgekippt war, fand ich am 31. März d. J. darin vierzehn keimende Früchte wieder - wobei in jeder Frucht mehrere Samen keimten. Wie so oft ist bei diesem Baum mit seinen spektakulären namensgebenden Blüten Geduld gefragt! Fast noch schöner als die Blüten finde ich die Früchte, die an leuchtend roten Stielen wie kleine Weihnachtskugeln herabhängen. Habe alle Keimlinge vorsichig wieder eingebettet, in der Hoffnung, daß sie es auch irgendwann bis zu diesem Stadium schaffen. Die Systematik finde ich etwas unübersichtlich, früher gab es die Familie der Nyssaceae (Tupelogewächse), aktuell werden die Tupelogewächse aber als Unterfamilie Nyssoideae der Hartriegelgewächse (Cornaceae) angesehen.




Sonntag, 3. Juli 2016

Calluna vulgaris



Die unzähligen Zuchtsorten des Heidekrauts interessieren mich alle nicht, ich mag am liebsten die ganz "gewöhnliche" Besenheide. Doch wie vermehrt man sie über Samen? Ende Dezember 2015 streifte ich etliche Blüten ab und schüttelte die fast schon mikroskopisch kleinen Samen aus. Zum Thema Substrat hatte ich gelesen, daß Calluna vulgaris nur auf Torf keimen würde (Quelle). Doch wie kann das sein? Viele bekannte Heideflächen befinden sich doch auf sandigen Böden, Torf sucht man dort vergeblich. Um der Frage nach einem geeigneten Anzuchtsubstrat nachzugehen, verwendete ich sowohl Torf als auch reinen Sand. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, wurden die Samen nur aufgestreut. Bewässert habe ich im Anstauverfahren, und zwar ausschließlich mit Regenwasser, da Heide kalkmeidend ist.

Anfang April 2016 war es endlich soweit, ein grünlicher Schimmer wurde in den Anzuchtschalen sichtbar - und zwar zuerst in denen mit Sand! Damit wäre also die Behauptung widerlegt, daß Calluna nur auf Torf keimt, sie keimt auf Sand ebenso gut, sonst hätte sie z. B. in der Lüneburger Heide wohl auch ganz schlechte Karten. Allerdings bietet die Aussaat auf Torf dennoch einen entscheidenden Vorteil, denn wie ich mittlerweile feststellen konnte, begünstigt Torf das Wachstum eindeutig. Die Kombination aus Sand als Substat und vollsonnigem Standort ist dagegen ungünstig, wie man auf dieser Aufnahme vom 30.6.16 sehen kann. In den beiden linken Schalen wächst die Heide auf Torf, in der dritten Schale auf Sand, und diese Schale stand genau wie die beiden mit Torf in praller Sonne. Die Schale ganz rechts enthält ebenfalls Sand, war aber schattiger aufgestellt. Trotzdem wächst die Heide auch hier schlechter als auf Torf.






Koelreuteria paniculata - Update

Am 23.12.14 hatte ich zuletzt über Koelreuteria paniculata berichtet, wobei die Frage offen war, ob skarifizierte Samen eine höhere Keimrate aufweisen als nicht skarifizierte. Dies kann ich ganz klar verneinen. Von sechs skarifizierten Samen keimte kein einziger, von den unverletzten Samen keimten bis zum Mai 2015 dagegen fünf von sechs (83 %). Zwei Pflanzen stehen im Garten und haben auch den Winter überstanden. Sie wuchern zwar nicht gerade, aber immerhin, sie leben.